Umsiedlungen und Braunkohlenplan
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Umsiedlungen und Braunkohlenplan

Das Stadtgebiet der Stadt Erkelenz ist Teil des Rheinischen Braunkohlenreviers und ist von dem Tagebau Garzweiler II betroffen. Landesplanerische Grundlage für den Bergbau ist der Braunkohlenplan, der in einem besonderen Verfahren vom Braunkohlenausschuss der Bezirksregierung Köln aufgestellt wird.

 

Der Braunkohlenplan Garzweiler II ist mit Erlass vom 31. März 1995 des Ministeriums für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft des Landes Nordrhein-Westfalen genehmigt worden.

 

Der Braunkohlentagebau Garzweiler II bezeichnet das Abbauvorhaben, welches die RWE Power AG ab dem Jahr 2006 an den vorhandenen Tagebau Garzweiler I anschließt.

 

Der Braunkohlenabbau macht im Gebiet Garzweiler II die Umsiedlung von insgesamt ca. 7.600 Menschen in 12 Ortschaften, davon ca. 5.100 Einwohner in 9 Ortschaften, auf Erkelenzer Stadtgebiet notwendig.

 

Für die vom Braunkohlentagebau betroffene Bevölkerung in den 9 Erkelenzer Ortschaften wird rd. 10 Jahre vor bergbaulicher Inanspruchnahme der Orte jeweils ein Umsiedlungsort für eine gemeinsame Umsiedlung auf dem verbleibenden Erkelenzer Stadtgebiet angeboten.

 

Die Planungen der Umsiedlungsorte und die Suche der Standorte erfolgt zusammen mit der vom Braunkohlentagebau betroffenen Bevölkerung. (mehr)

 

Nach dem Tagebauende im Jahre 2045 verbleibt aufgrund des Massendefizits durch den Abbau der Kohle und die Verkippung des Abraums im Tagebau ein Restloch von 28 qkm Größe mit einer maximalen Tiefe von 210 Metern.

 

Dies soll durch die Anlage eines Sees von 23 qkm mit rund 2 Mrd. cbm Volumen kompensiert werden, dessen Füllung bis in das Jahr 2085 andauern wird.

 

Das Konzept zur Wiedernutzbarmachung sieht vor, dass der östliche Teil des Abbaufeldes nach und nach überwiegend landwirtschaftlich rekultiviert wird, im westlichen Teil ist dagegen vorgesehen das Restloch als See zu rekultivieren.

 

Damit wird deutlich, dass Erkelenz den größten Anteil an Einschränkungen durch den Braunkohlentagebau trägt und erhebliche Veränderungen und Eingriffe in die Raumstruktur zu verkraften hat.

 

Künftig wird, auch wenn die Rekultivierungsmaßnahmen des Braunkohlenplans zum Tragen kommen, Garzweiler II das Gesicht der Stadt stark verändern.

 

Auf der ehemals mit Dörfer und Weiler besiedelten östlichen Stadtgebietsfläche entsteht landwirtschaftliche Nutzfläche, und da für mehr als die Hälfte des gesamten Abbaugebietes Abraum zur Verkippung fehlt, wird der so genannte Restsee ein Sechstel der Erkelenzer Stadtfläche einnehmen

 

Aufgrund des Voranschreitens des Tagebaus liegt dieser See im westlichen Bereich des Abbaugebietes und schneidet ein weiteres Sechstel des Stadtgebietes vom Zentralort Erkelenz-Mitte ab.

 

Damit ist aus heutiger Sicht unter Zugrundelegung einer auch zukünftig unverändert bestehenden Abbauplanung eine weitere Siedlungsentwicklung auf dieser rekultivierten Fläche im Osten erschwert.

 

Die Siedlungstätigkeit wird sich demnach innerhalb des Stadtgebietes nach Westen verlagern. Darüber hinaus lässt die derzeitige Planung zur Gestaltung der Ufer des Restsees befürchten, dass das Stadt zugewandte Ufer eine unattraktive Zone darstellt.

 

Bei Verwirklichung des im Braunkohlenplan vorgesehenen Tagebaus müssten folgende Erkelenzer Ortsteile umgesiedelt werden:

  • Pesch, bergbauliche Inanspruchnahme 2009
  • Borschemich, bergbauliche Inanspruchnahme 2015
  • Immerath, bergbauliche Inanspruchnahme 2017
  • Lützerath, bergbauliche Inanspruchnahme 2019
  • Keyenberg, bergbauliche Inanspruchnahme 2023
  • Kuckum, bergbauliche Inanspruchnahme 2027
  • Oberwestrich, bergbauliche Inanspruchnahme 2027
  • Unterwestrich, bergbauliche Inanspruchnahme 2027
  • Berverath, bergbauliche Inanspruchnahme 2028
  • Holzweiler, bergbauliche Inanspruchnahme 2029
  • verschiedene Hofanlagen, bergbauliche Inanspruchnahme 2030/2029

Umsiedlungszeiträume

 

Ausblick: Leitentscheidung Rheinisches Braunkohlenrevier

Am 06.05.2016 hat die Landesregierung NRW eine neue Leitentscheidung für das Rheinische Braunkohlenrevier beschlossen.

In vier Entscheidungssätzen werden Vorgaben für eine Verkleinerung des Braunkohlentagebaus Garzweiler II sowie für die zukünftige Entwicklung des Rheinischen Reviers gemacht.

 

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Nähere Informationen zu Umsiedlungen und Garzweiler II auf der Startseite unter der Rubrik Umsiedlungen Garzweiler II. (mehr).