Dorfentwicklung am Tagebaurand
pfeilbraunDorfentwicklung am Tagebaurand

Dorfentwicklung am Tagebaurand

Grundsätzlich handelt es sich bei den zukünftigen Tagebauranddörfern von Venrath und Kaulhausen bis Holzweiler um ländliche Siedlungen mit einer älter werdenden Bevölkerung, mit Herausforderungen im Bereich Versorgung und Mobilität, mit Potentialen im Bereich der Gebäude- und Grundstücksnutzung sowie Vereinen und Nachbarschaften. Dazu wird jedoch im Zuge des fortschreitenden Braunkohlentagebaus und dessen Ende eine neue Situation hinzukommen.

 

Die Landschaft und das Umfeld des Dorfes verändern sich in einer Dynamik wie es nur im unmittelbaren Umfeld von Tagebauen geschieht. Verkehrsverbindungen entfallen und müssen neu geplant und gebaut werden, Flächen und Felder werden neu geordnet und die Beziehungen zu den durch Umsiedlung betroffenen Orten werden sich ebenfalls verändern und neu sortieren müssen. Zusätzlich besteht die Sorge, dass der heranrückende Tagebau auch Belastungen wie Staub- und Lärm mit sich bringt.

 

Die Stadt Erkelenz fordert seit dem ersten Braunkohlenplan Garzweiler II, dass eine Betrachtung des Tagebaurandes im Rahmen des Braunkohleplanverfahrens nicht außen vor gelassen werden darf. Das Bergrecht verpflichtet den Bergbautreibenden jedoch nicht zu Maßnahmen, um die Entwicklung in den „Randdörfern“ zu unterstützen.

 

Daher hat die Stadt Erkelenz sich einerseits bemüht RWE Power zur Kooperation in diesem Bereich zu bewegen. Andererseits wird die klassische Förderkulisse für Maßnahmen im ländlichen Raum, welche über EU-Fördermittel und Landesmittel bereitgestellt wird, herangezogen.

 

Link zur Seite des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz mit allgemeinen Informationen zum Thema Dorfentwicklung.

 

Förderung für Venrath/ Kaulhausen und Holzweiler

Dazu steht die Stadt Erkelenz in engem Kontakt mit dem Dezernat 33 „Förderung im ländlichen Raum“ der Bezirksregierung Köln. Dort werden die Förderanträge bearbeitet und Maßnahmen in den Kommunen begleitet. Im Rahmen der aktuellen Förderperiode können für jede Kommune nur zwei Ortslagen gefördert werden. Die Stadt Erkelenz möchte daher die Orte Venrath/ Kaulhausen als eine Ortslage fördern lassen, um noch eine weitere Dorfentwicklung zu ermöglichen. Dieses Vorgehen ist bereits mit der Bezirksregierung abgestimmt. Die zweite Dorfentwicklung in der aktuellen Förderperiode bis 2020 soll in Holzweiler stattfinden.

 

Grundsätzlich wird die Erstellung eines sogenannten Dorfinnenentwicklungskonzeptes (DIEK) gefördert. Übergeordnetes Ziel eines solchen Konzeptes ist eine langfristig angelegte Gesamtstrategie zur nachhaltigen Weiterentwicklung und dem Erhalt des dörflichen Gefüges vor dem Hintergrund des heranrückenden Tagebaus sowie den Lebensumständen im ländlichen Raum. Nach einer Bearbeitungszeit von ca. einem Jahr, unter Beteiligung eines Planungsbüros und der Bevölkerung, ist das Konzept in der Regel erstellt. Auf dieser Grundlage können dann konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der erarbeiteten Ideen begonnen werden. Diese Umsetzungsphase wird dann erneut durch die Bezirksregierung gefördert.

 

Zukunftswerkstatt für Venrath und Kaulhausen erfolgreich gestartet

Der Förderantrag zur Erstellung eines Dorfinnenentwicklungskonzeptes (DIEK) für Venrath/ Kaulhausen war erfolgreich. So konnte im September zusammen mit dem Büro Raumplan aus Aachen mit der Erarbeitung des DIEK begonnen werden. Unter reger Beteiligung der Bevölkerung wurde in einer Auftaktveranstaltung der Grundstein zur Erstellung des Konzeptes gelegt

 

 Zukunftswerkstatt

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung am 08.September 2016 haben die Bürger ihre Ideen, Wünsche und Sorgen für Venrath und Kaulhausen mitgeteilt.

Weitere Informationen hier zum Download:

 

Flyer „Dorfentwicklungskonzept Venrath/ Kaulhausen“

 

Dokumentation „Zukunftswerkstatt“ (inklusive Protokoll der Auftaktveranstaltung am 08.09.2016)

 

„Dorfspaziergang“ am Samstag, 05.11.2016

Professor Rolf Westerheide und das Team des Planungsbüros RaumPlan, Aachen, haben gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern aus Kaulhausen und Venrath einen Rundgang durch beide Dörfer gemacht. Bei der Ortsbegehung wollten sich die Planer mit Hilfe der ortskundigen Teilnehmer ein konkretes Bild machen, Fragen klären und Problempunkte ansprechen.

Der Rundgang (in zwei Gruppen) dauerte etwa zwei Stunden und endete mit einer Abschlussbesprechung in der Gaststätte Bruns. Einen Mittagsimbiss, Kaffee und Kaltgetränke hatte die Dorfgemeinschaft organisiert. Insgesamt konnten Bürger und Planer sich viele einzelne Situationen in den Orten genauer anschauen und besprechen und somit neue Eindrücke bzw. Informationen gewinnen.

Protokoll des Rundgangs in Venrath-Nord

Protokoll des Rundgangs in Venrath-Süd/ Kaulhausen

Karte mit Hinweisen

 

 

Studentenworkshop: Potenziale, Visionen, Ideen

 

Mit der Lage der Dörfer in direkter Nähe zum Lärmschutzwall und der Tagebaukante haben sich auch Studierende des Lehrstuhls für Städtebau und Landesplanung der RWTH Aachen auseinandergesetzt. Unter Leitung von Professor Rolf Westerheide entwickelten die Studierenden in einer dreitägigen „Ideenwerkstatt“ Potenziale, Visionen und Konzepte für eine möglichst positive Gestaltung der Landschaft – sowohl in der Übergangszeit am aktiven Tagebau als auch in der Zeit nach dem Abbau.

 

Die Stehgreifentwürfe wurden am Mittwoch, dem 23. November ab 19 Uhr in der Gaststätte Bruns vor rund 80 erschienenen Bürgerinnen und Bürgern präsentiert. Die Entwürfe reichten von verbesserten Wegebeziehungen zwischen den Dörfern über unterschiedliche Gestaltungs- und Nutzungsmöglichkeiten des Immissionsschutzwalls bis hin zu Aussichtspunkten und Umnutzungen der Braunkohlebagger in der Zukunft nach dem Tagebau. Manche anwesenden Dorfbewohner zeigten sich positiv überrascht über die Potenziale, die die derzeit als eher prekär empfundene Ortslage in der Zukunft bieten könnte. Einige äußerten sich ein wenig skeptisch; einig waren sich alle, dass die Arbeit der jungen Menschen aus ihrer unvoreingenommenen Perspektive interessante und durchaus nachdenkenswerte Aspekte hervorgebracht habe.

 

Rolf Westerheide dankte der Stadt Erkelenz und der Dorfgemeinschaft Venrath-Kaulhausen, dass man den Studierenden die Möglichkeit zu einem außergewöhnlichen Studienprojekt gegeben habe. Stadt Erkelenz und Dorfgemeinschaft hatten den Abend gemeinsam mit den Studenten organisiert und dazu eingeladen. Auch wenn der davon unabhängig laufende Dorfentwicklungsprozess sich mit Projekten beschäftigt, die mehr umsetzungsorientiert sind und zum Teil schon in den nächsten Jahren  realisiert werden können, so zeigen die Stehgreifentwürfe der Studenten welches Potential sich in der besonderen Ortslage in Zukunft verbirgt.

 

Präsentation der Stehgreifentwürfe

 

 

Zweite Zukunftswerkstatt für Venrath und Kaulhausen

Großer Andrang bei der zweiten „Zukunftswerkstatt“ am 25. Januar in der Gaststätte Bruns in Venrath. Rund 150 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung der Stadt Erkelenz gefolgt, um zu erfahren, welche Ideen und Projektvorschläge das Planungsteam um Professor Rolf Westerheide und Uli Wildschutz für das künftige Dorfentwicklungskonzept für Venrath und Kaulhausen erarbeitet hatten.

 

Prof. Rolf Westerheide lenkte zunächst den Blick der Besucher zurück auf die bisherigen Veranstaltungen in 2016, die erste Zukunftswerkstatt zum Auftakt, die Dorfbegehung und den Studentenworkshop. Gemeinsam mit Uli Wildschütz vom Büro RaumPlan Aachen stellte er dann die ersten Ideen und Projektansätze für Venrath und Kaulhausen vor. Aus den Handlungsfeldern „Gemeinschaft und soziale Infrastruktur“, „Öffentlicher Raum und Verkehr“, „Landschaft und Freizeitgestaltung“, „Bauen, Wohnen und Energie“ und „Landwirtschaft, Gewerbe und Versorgung“ entstanden die Projektideen auf der Basis der von den Bürgern in den bisherigen Veranstaltungen gemachten Vorschläge. Von der Neugestaltung der Dorfplätze in beiden Orten über einen Festplatz bis hin zur Schaffung eines Rundweges um die Ortschaften wurde ein breites Spektrum an Projektvorschlägen vorgestellt und diskutiert.

Am Ende konnten die Bürger ihren Wunsch nach einer Reihenfolge für die Umsetzung der Projekte abgeben. In einem nächsten Schritt werden seitens der Planer diese Reihenfolge und die Projekte ausgearbeitet.

 

Zum Download:

Präsentation vom 25.01.2017

Plakate vom 25.01.2017

 

 Zukunftswerkstatt Venrath / Kaulhausen

 

Zukunftswerkstatt Venrath / Kaulhausen

 

Zukunftswerkstatt Venrath / Kaulhausen

 

Zukunftswerkstatt Venrath / Kaulhausen

(Bilder: Stadt Erkelenz)

 

 

 Punkteaktion Projektpriorisierung

(zum Vergrößern bitte anklicken)