Katrin Göhring-Eckardt informiert sich über Tagebau
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Katrin Göhring-Eckardt informiert sich über Tagebau

Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, informierte sich in Erkelenz über den Tagebau Garzweiler II und den Strukturwandel der Anrainerkommunen. „Der Bund muss mehr Verantwortung übernehmen“, forderte sie im Gespräch mit Bürgermeister Jansen im Rathaus.

 

Begleitet wurde Göring-Eckardt von Oliver Krischer, dem stellvertretenden Bundestagsfraktionsvorsitzenden der Grünen, Reiner Priggen, Landtagsabgeordneter, sowie dem Ratsherrn und Erkelenzer Landtagskandidaten Hans-Josef Dederichs.

 

Bürgermeister Peter Jansen nutzte das Treffen mit der Grünen-Spitzenpolitikerin, um auf die Herausforderungen des Strukturwandels für die Stadt Erkelenz und die übrigen Anrainerkommunen  hinzuweisen. „Wir müssen dreißig bis vierzig Jahre die Zukunftslasten schleppen und verlangen klare Linien und Garantien“, sagte er. „Wir als Kommune sind nicht für Energiepolitik zuständig.“ Dass die Region beim Strukturwandel unterstützt werden müsse, betonte Katrin Göring-Eckardt. Der Bund habe die Aufgabe, für Ausgleichsmaßnahmen zu sorgen. Dazu müsse ein Fond eingerichtet werden, forderte sie.

 

Einen Überblick über die Dimensionen des Tagesbaus hatte sich Göring-Eckardt zuvor am „Skywalk“, der Aussichtsplattform bei Jackerath, verschafft, wo Reiner Priggen über die Geschichte des Tagebaus und den jahrelangen Widerstand dagegen berichtete. Betroffen zeigte sich Katrin Göring-Eckardt von der Situation in Alt-Immerath, wo derzeit noch rund 30 Menschen leben und schon viele Häuser rückgebaut sind. „Bedrückend und deprimierend“ sei es, erleben zu müssen, „wie der Ort leergewohnt wird“, schilderte sie später dem Bürgermeister ihre Eindrücke. Umso wichtiger sei es, Zukunftsperspektiven aufzuzeigen. Mit dem Zusammenschluss der vier Kommunen Erkelenz Mönchengladbach, Jüchen und Titz zu einem informellen Planungsverband und dem geplanten Zweckverband sei man auf einem richtigen Weg. Beeindruckt zeigte sie sich von den Ideen aus einer Planungswerkstatt für die Gestaltung der Zukunft, die in der Broschüre „Drehbuch zur Tagebaufolge(n)landschaft“ aufgeführt sind.

 

Die Frage „Wie gestalten wir das Ende des Tagebaus?“ sei in Berlin noch nicht angekommen, sagte Oliver Krischer. Über die Braunkohle und den Ausstieg müsse „in Berlin endlich eine klare Debatte geführt werden.“ Dem stimmte Katrin Göring-Eckardt zu: „Der Bund muss mehr Verantwortung übernehmen.“ Der Bürgermeister dankte ihr abschließend für den Besuch und „die klaren Ansagen“. Er hoffe, dass künftig die Sorgen der Region in Berlin stärker wahrgenommen werden.

 

Katrin Göhring Eckardt informiert sich über Tagebau

v.l.: Reiner Priggen, Hans-Josef Dederichs, Bürgermeister Peter Jansen, Katrin Göring-Eckardt, Oliver Krischer, Ansgar Lurweg