Möhneleut' übernehmen Möhnenproduktion
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Möhneleut' übernehmen Möhnenproduktion

Jedes Jahr sitzen sie in den Bäumen und warten auf Karneval – die Möhnen sind aus Erkelenz kaum wegzudenken. Doch mit der Pestalozzischule schloss auch die Produktionsstätte der bunten Weiber. Eine neue Lösung musste gefunden werden, um die Tradition aufrecht zu erhalten.

 

Seit 2005 produzierten Jugendliche der Pestalozzischule die karnevalistischen Wahrzeichen von Erkelenz im Rahmen ihres berufsvorbereitenden Unterrichts. Durch die Schließung der Förderschule im Rahmen der Inklusion musste nun eine Lösung her, um das Brauchtum in „Möhnelenz“ aufrechterhalten zu können. Viele der städtischen Möhnen fristen ihr Dasein Jahr für Jahr bei Wind und Wetter in den Bäumen, haben dabei entweder sehr gelitten oder fanden den „Möhnentod“ im Abfallcontainer, so dass immer Nachschub produziert werden muss.

 

Möhneleut springen ein

Da lag es nahe, die Gruppierung der Erkelenzer Karnevalsgesellschaft (EKG), die „Möhneleut“ mit ins Boot zu holen. Diese Gruppe hat es sich auf die Fahne geschrieben das Brauchtum der Möhnen mit all ihren Facetten aufrecht zu erhalten und mit Leben zu füllen. Schon seit Jahren sind sie ein fester Bestandteil der EKG in Erkelenz und tragen mit ihren stimmungsvollen Liedern auf vielen Veranstaltungen, bei der Gestaltung des Altweiberdonnerstags und der Erstürmung des Alten Rathauses alljährlich zum Gelingen der Karnevalssession bei.

 

Um die Möhnen zu keiner aussterbenden Art werden zu lassen, erklärten sie sich bereit, die Produktion und den Verkauf der Möhnen zu übernehmen. Angestrebt ist eine Kooperation mit der Peter-Jordan-Schule, einer Förderschule in Hückelhoven. Dorthin wechseln Schüler und eine Lehrerin der Pestalozzischule und werden versuchen, die Herstellung der alten Weiber zu unterstützen, damit trotz Umstrukturierung die Möhnenproduktion weitergeht.

 

Lange Tradition wird fortgeführt

Der Bauhof der Stadt Erkelenz drapiert alljährlich in liebevoller Kleinarbeit - wie es schon seit 1976 Tradition ist – rund 100 Möhnen in Bäumen und an Häusern. Auch in privaten Vorgärten und Hauseingängen sieht man zur Karnevalszeit die alten Weiber sitzen und auf den Straßenkarneval warten. Um der gesteigerten Nachfrage gerecht zu werden, werden die netten älteren Damen ganzjährig hergestellt.

 

Bürgermeister Peter Jansen bedankte sich bei allen, die die Tradition unterstützen und zeigte sich erfreut, dass die Aufgabe des Möhnenbaus weitergeht und in gute Hände übergeben wird. Die letzte in der Schule gefertigte Möhne wurde von Sonderschullehrerin Liselotte Jopen symbolisch an die nun dafür zuständige Kommandantin der Möhneleut Uschi Skibba übergeben.

 

Wer Interesse an einer Möhne hat, kann sie in den gewünschten Farben bei Uschi Skibba (Telefon 0151 57353 777 oder Moehneleut@web.de) bestellen. Die Kosten liegen bei 30 bis 50 Euro.

 

 Möhneleut' übernehmen Möhnenproduktion

 von links: Bürgermeister Peter Jansen und Liselotte Jopen freuen sich, dass die Möhneleut um Uschi Skibba, Margot Küster und Jimmy Knopp die Produktion der Erkelenzer Karnevals-Wahrzeichen zukünftig übernehmen.